New Study "The concept of ‘worker’ in EU law: status quo and potential for change"

In the changing world of work and the emergence of new forms of employment that are often in the grey zone between traditional employment and self-employment the question of the scope of protection of labour and employment law becomes again more urgent.

Although defining the concept of worker is thus of utmost (and growing) importance, it is not legally defined (yet) at EU level, but has been shaped by numerous decisions of the Court of Justice of the European Union (CJEU, formerly European Court of Justice (ECJ)). This report analyses this jurisprudence and explores how and whether the underlying concept of worker is able to adapt to the changes in the world of work and still fit for purpose to protect those who are in need of protection.

Based on this, the study financed by the Chamber of Labour for Vienna (Arbeiterkammer Wien) develops a European concept of worker which would be adapted to the new forms of employment namely to the self-employed that are in need of protection to a similar extent as traditional employees.

Free download at https://www.etui.org/Publications2/Reports/The-concept-of-worker-in-EU-law-status-quo-and-potential-for-change

"Humans as a Service" - Buchvorstellung und Podiumsdiskussion mit Prof. Prassl (Oxford University)

Am Freitag 23.3.2018 fand im Sem 20 des Juridicum Wien die vom Institut für Arbeits- und Sozialrecht organisierte Veranstaltung "Humans as a Service - Chancen und Risiken der Arbeit in der Plattformökonomie" statt. Die Plattform- oder auch Gig-Economy verspricht uns die Möglichkeit, als KleinstunternehmerInnen flexibel und unabhängig unser Arbeitsleben zu gestalten. Die Realität jedoch ist oft eine andere, geprägt von Unsicherheit und kontrolliert vom algorithmischen Chef. Ist dies die Zukunft der Arbeit? Im Mitte April bei Oxford University Press erscheinenden Buch „Humans as a Service“ erforscht Prof. Jeremias Prassl (Magdalen College, Oxford University) die Chancen und Risiken der digitalen Arbeitswelt, und entwickelt das Modell einer fairen und innovativen Plattformökonomie.

Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Mag.a Daniela Krömer (Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht bei CMS Reich-Rohrwig Hainz), Univ.-Prof. Mag. Dr. Nikolaus Forgó (Institut für Innovation und Digitalisierung im Rech, Universität Wien), Mag.a Sylvia Kuba (Spezialistin für Digitalisierung bei der AK Wien) und Dr. Fabian Stephany (Ökonom im Bereich Digitalisierung bei der Agenda Austria) statt in der die Thesen des Buches kommentiert und gemeinsam mit dem zahlreich erschienenen Publikum diskutiert wurden.

Abschied von Univ.-Prof. Dr. Robert Rebhahn (1954 - 2018)

Mit großer Betroffenheit habe ich heute erfahren, dass mein Kollege Robert Rebhahn gestern Nacht von uns gegangen ist. Wenngleich er schon länger gegen seine schwere Krankheit ankämpfte, kam dies für uns alle am Institut sehr plötzlich – viele von uns hatten noch in der letzten Woche mit ihm diskutiert, Pläne geschmiedet und das nächste Semester geplant. Er war nämlich bis zuletzt einer jener KollegInnen, die viel Zeit am Institut verbrachten und oft mit den anderen Institutsangehörigen in Kontakt waren. Immer im Gespräch über das Jus, die Tagespolitik, eine Theateraufführung, die jemand gesehen oder ein Buch, das jemand gelesen hatte. Und dann stand er immer wieder mal im Zimmer mit einem Artikel oder einem Buch in der Hand, von der er glaubte, dass das interessieren könnte.

Robert Rebhahn blickt auf eine beeindruckende und überaus produktive akademische Karriere zurück. 1954 in Linz geboren, nach einer Gymnasialzeit am Theresianum dann das Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Wien und Linz. In Linz hat er dann promoviert und sich auch bei Professor Strasser habilitiert um 1986 ziemlich jung als Professor für Rechtswissenschaften an die Universität Klagenfurt berufen zu werden.  Dem folgte 1996 ein Ruf an die Humboldt-Universität Berlin, wo er seine Liebe für die Rechtsvergleichung entdeckte und sich als einer der auch international herausragenden ExpertInnen dieses Gebietes etablierte. Zu uns ans Institut kam er dann 2003 als Nachfolger von Theodor Tomandl und brachte hier vor allem die internationale Dimension des Arbeitsrechts ein. Freilich beschränkte er sich in seinem wissenschaftlichen Wirken nicht darauf, sondern arbeitete in allen Bereichen des Arbeits- und Sozialrechts und auch darüber hinaus, wie zB mit Publikationen zum Datenschutzrecht, zum Medizinrecht und vor allem auch zum Europarecht. Irgendwie ein universaler Rechtsgelehrter, der sich von Fachgrenzen herausgefordert, aber nicht eingeschänkt fühlte. Nicht selten fiel bei einem Gespräch der Satz: „Ich glaube, darüber habe ich schon mal was geschrieben.“ Und immer war klar, dass eine Rebhahn-Publikation niemals ein Schnellschuss war, sondern immer gut durchdacht, differenziert und kreativ. Das machte ihn auch auf dem Gutachtensmarkt für schwierige Fragen zu einer ersten Anlaufstelle, so zuletzt zB für die österreichische Bundesregierung zu Fragen der Sozialleistungen für Schutzsuchende. Dabei war Robert Rebhahn über alle Lager- und Parteigrenzen respektiert und man kann wirklich sagen, dass er ein unabhängiger Geist war.

Robert Rebhahn es auch immer geschafft sehr interessante AssistentInnen auszuwählen und diese nicht nur zu fördern, sondern sie auch entsprechend herauszufordern und zu eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten anzuregen. Eigentlich alle während seiner Zeit in Wien bei ihm Tätigen haben ihr Doktorat abgeschlossen und zwei, Christoph Kietaibl und Harun Pacic, hat er auch zur Habilitation geführt. Davon hat das gesamte Institut profitiert.

Ich persönlich verdanke Robert Rebhahn sehr viel. Er hat mit mir von Anfang an schon zu meiner Assistentenzeit auf Augenhöhe und mit großem Respekt diskutiert. Robert hat mich einerseits nach und nach in die Welt des internationalen Arbeitsrechts eingeführt und vielen vorgestellt. Andererseits hat er mich immer ermutigt meinen eigenen wissenschaftlichen Weg zu gehen. Das hat er wirklich respektiert ... und vor einigen Monaten hat er mir noch einige seiner Karl Marx Bände geschenkt, die er wohl in einer jugendlichen Sturm und Drang-Zeit gekauft und gelesen hatte. Die stehen jetzt bei mir auf dem Regal und erinnern mich an ihn. Es freut mich sehr, ihn kennengelernt und mit ihn zusammen gearbeitet zu haben. Er wird mir sehr fehlen!

 (30.1.2018)

Arbeit in der Gig-Economy

Neues Buch "Arbeit in der Gig-Economy"

Das Ende März 2017 im ÖGB Verlag erschienene Buch möchte einen Beitrag zur Klärung der arbeits- und sozialrechtlichen Fragen betreffend die in der Gig-Economy Arbeitenden leisten. Es untersucht ganz konkrete Unternehmen beispielhaft für die unterschiedlichen Segmente der Gig-Economy: Uber für den Bereich der Transportdienstleistungen, Foodora für die Essenszustellung, Book a Tiger für haushaltsnahe Dienstleistungen und Clickworker für das virtuelle Crowdwork. Kapitel über die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats, Organisationstrategien für Gewerkschaften, das Datenschutzrecht sowie rechtspolitische Schlussfolgerungen runden das Werk ab. „Arbeit in der Gig-Economy“ bietet damit sowohl eine Handreiche zur Lösung konkreter Rechtsfragen als auch einen wichtigen Beitrag für die weiterführende Diskussion über die Arbeitswelt der Zukunft.

Eine eigene hompage www.gig-economy.at ist dem Buch gewidmet auf der auch die einzelnen Kapitel kostenlos heruntergeladen werden können.

Prof. Risak im Gespräch auf FM4 zu Crowdwork

"Dann habe ich die perfekte Machttechnik" - Prekariat und Crowdwork: Woran machen sich aktuelle Umbrüche in der Arbeitswelt konkret fest? Prof Martin Risak im Gespräch mit Johanna Jaufer (FM4)

 

 

Betrauung von Prof. Risak mit dem Vorsitz des Senates II der Gleichbehandlungskommission

Prof. Risak wurde von der Bundesministerin für Frauen und Gesundheit mit dem Vorsitz des Senates II der Gleichbehandlungskommission für die Funktionsperiode 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2020 betraut. Der Senat II ist nach dem Bundesgesetz über die Gleichbehandlungskommission und die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GBK/GAW-Gesetz) für für die Gleichbehandlung ohne Unterschied der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung in der Arbeitswelt (Teil II des Gleichbehandlungsgesetzes - GlBG) zuständig. Weitere Informationen finden sich hier.